Liebeserklärung an ein Auto. Oder: Warum diese Seite?

Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto. Na klar, meins auch. Trotzdem verbindet uns etwas, das man vielleicht als Sehnsucht nach den Kindertagen umschreiben kann. Oder als Projektion in eine nicht bewusst erlebte Zeit, in der vieles so viel besser wurde als es Jahre zuvor war. Wobei mir völlig klar ist, dass es diese heute empfundene Romantik damals nicht gab. Aber gut.

Als Kind habe ich jedenfalls genau diesen eleganten Autos „mit dem schönen Brumm“ (nämlich dem Reihensechszylinder) hinterher gesehen. Und Mercedes Matchboxautos zerspielt. Irgendwie ist das bis heute so geblieben, nur passe ich besser auf meine Spielsachen auf.Matchbox w111 220 SEb Cope

Jeder, der sich mit Young- oder Oldtimern beschäftigt, den fasziniert natürlich das Design und die Technik von anno dazumal. Aber eigentlich ist das ein rein emotionaler Akt, den vielleicht manche nicht nachvollziehen können. Ich schon und zwar vollständig. Es fühlt sich einfach gut an, ein Stück Zeitgeschichte in Händen zu haben, das ein unvergleichliches Design, einen schönen Sound (nämlich den „Brumm“), einen eigenen Geruch (meine Frau meint sogar, der Wagen stinkt) und eine heute unvergleichliche Haptik besitzt. Da spricht der Besitzerstolz.

Aber nun habe ich immer noch nicht verraten, warum ich diese Seite mache. Dafür gibt´s den selben Grund, wie sich mit dem Auto in natura zu beschäftigen: Emotion. Oder einfach ausgedrückt: ich habe Lust darauf. Die Seite ist für mich selbst. Als Bilderbuch, als Geschichtensammlung, als persönliche Historie und für die harten Wintermonate, in denen ich sehnsüchtig den 1. April erwarte, an dem ich endlich wieder das alte Coupé von der Garage raus an die Frische Luft bringen kann.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Marcus Speh sagt:

    Sind diese Autos soooo wichtig für uns, weil man die aus sämtlichen Poren quillende Qualität fühlen, riechen, schmecken und inhalieren kann? Oder weil sie eine Ära repräsentieren, in der es beinahe ein mit dem Geburtsrecht verbundenes Privileg war, einen Stern zu chauffieren? Oder weil sie für eine Zeit des Aufbruchs stehen, der unser Land über Jahrzehnte mit einem Meer aus Hoffnung flutete, aus dem sich niemand ernsthaft vor dem Ertrinken retten lassen wollte? Hm, vielleicht doch mehr, weil wir uns heute täglich danach sehnen, dass sich ein lange gehegter Traum erfüllt. Vergangenheit, Gegenwart, und Zukunft, Wurzeln, Abenteuer und Perspektive in einem einzigen Objekt.. Voller Blech, voller Mechanik, voll von echtem Material, voll von guten Gedanken und Erinnerungen. Was für ein großartiger Traum, der Deiner perfekt auf`s Tagesgeschäft getakteten Seele endlich Freiheit und Unabhängigkeit verspricht. Die Sorte Freiheit, die aus dem Block gefräst wird, der Dein Leben heißt. Freiheit, die nur den Zustand genussvoller Schwerlosigkeit kennt. Fokus auf Dich selbst, Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deinen Stern, Deine Straße. Kein schlechtes Gewissen, keine Angst, keine Scham. Du siehst Dich: mit 4, mit 12, mit 20, heute, könnte wirklich schlimmer sein, oder? Und dann ist da noch diese bittersüße, Dich auf allen Wegen und in alle Ewigkeit begleitende Suche nach Dir selbst. Das ist gut. Denn solange Du suchts, wirst Du immer wieder finden, mein Freund. Zum Beispiel eine formidable Pagode. Oder ein fantastisches Flossenscoupe. Oder auch die Riesentüte Unabhängigkeit, die Dein Vater dort vor vielen Jahren unter der Fussmatte für Dich versteckt hat. So kann man das Leben aushalten, glaubst Du nicht auch, Stephan? Marcus

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